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Agreement

“There’s a great deal of agreement among economists, contrary to what people may think. You won’t find much difference of opinion on the proposition that raising the minimum wage will cost jobs. You won’t find much difference of opinion on the desirability of free trade. And you won’t find any difference of opinion on the idea that you cannot have inflation without monetary expansion. There’s no doubt that there’s very widespread agreement about those simple ideas.”

– Milton Friedman

“Alle Parteien wollen Mindestlöhne – sie trauen der Kraft der Tarifparteien nicht mehr.”

– FAZ

Zimmerputz

So. Ich habe mein Zimmer sauber gemacht. Also so richtig richtig sauber gemacht. So wie ich es hier angekündigt hatte. Dabei habe ich Dinge gefunden von deren Existenz ich gar nichts oder nur vage etwas wusste.

  • ein DVD-Laufwerk mit der Beschriftung “vermutlich defekt” (meine Handschrift)
  • Roller Coaster Tycoon 1 und Addon. Yay das war ein cooles Spiel!
  • Mech Commander o.o ich kann mich gar nicht erinnern das durchgespielt zu haben. Soll ich das nachholen?
  • einen halben Bambus, ca. 50 cm lang
  • einen Zettel, dass mir jemand noch 4,95€ schuldet (lol)
  • FONIC-Handbuch. Ich habe es in die Schublade für ewiges Aufbewahren von vermutlich niemals benötigten Gegenständen gelegt. Mit Fonic bin ich übrigens zufrieden.
  • 3,5″-Diskettenlaufwerk (mit Diskette, juchu!)
  • IDE-Kabel (War ja klar, dass man sowas findet. Soll ich das auch in oben genannte Schublade legen?)
  • vier PC3200-RAM-Bausteine mit vermutlich jeweils 512MB Speicherkapazität (braucht die jemand?)
  • eine Sockel-939-CPU mit der Beschriftung “3000+” (braucht die jemand?)
  • eine Super-Mario-Taschentücherpackung!

Was ist wenn die Themen zum Reden ausgehen…?

“Was ist wenn die Themen zum Reden ausgehen…?”

Verschiedene Gründe waren der Auslöser dafür, dass sich diese Frage in meinem Kopf gebildet hatte.

Einerseits ist einer meiner größten Ängste in einer Beziehung (egal ob Paarbeziehung oder Freundschaft) das Auseinanderleben. Nicht unbedingt in dem Sinne, in dem man sich fremd wird, weil man sich nicht mehr um den anderen kümmert oder keine Erlebnisse mehr teilt. Sondern in dem Sinne, eines “Kennens” des anderen, im Sinne des “Erwartens” von Verhalten, im Sinne der “Langeweile”, ob der Routine, die sich entwickelt. Und zu dieser Angst vor Routine gehört auch irgendwie die Angst davor, nicht mehr Reden zu können. In dieser Hinsicht hat mich ein sehr kluger Ausschnitt eines  Textes von Max Frisch beeinflusst, der mir bis heute bewusst macht, wie wichtig es ist, sich bewusst zu werden über seine “einfachen, vorgefertigen” Hypothsen, die jeder besitzt und mit denen man durch die Welt geht, mit denen man seinen Mitmenschen begegnet und mit denen man über sie urteilt. Ich möchte ihn euch nicht vorenthalten (der Text ist nicht unbedingt weiter relevant, falls es jemandem zu viel zum lesen ist ;-)):

Es ist bemerkenswert, dass wir gerade von dem Menschen, den wir lieben, am mindesten aussagen können, wie er sei. Wir lieben ihn einfach. Eben darin besteht ja die Liebe, das Wunderbare an der Liebe, dass sie uns in der Schwebe des Lebendigen hält, in der Bereitschaft, einem Menschen zu folgen in allen seinen möglichen Entfaltungen. Wir wissen, dass jeder Mensch, wenn man ihn liebt, sich wie verwandelt fühlt, wie entfaltet, und dass auch dem Liebenden sich alles entfaltet, das Nächste, das lange Bekannte. Vieles sieht er wie zum ersten Male. Die Liebe befreit es aus jeglichem Bildnis. Das ist das Erregende, das Abenteuerliche, das eigentlich Spannende, dass wir mit den Menschen, die wir lieben, nicht fertigwerden; weil wir sie lieben, solang wir sie lieben. Man höre bloss die Dichter, wenn sie lieben; sie tappen nach Vergleichen, als wären sie betrunken, sie greifen nach allen Dingen im All, nach Blumen und Tieren, nach Wolken, nach Sternen und Meeren. Warum? So wie das All, wie Gottes unerschöpfliche Geräumigkeit, schrankenlos, alles Möglichen voll, aller Geheimnisse voll, unfassbar ist der Mensch, den man liebt –

Nur die Liebe erträgt ihn so.

Warum reisen wir? Auch dies, damit wir Menschen begegnen, die nicht meinen, dass sie uns kennen ein für allemal, damit wir noch einmal erfahren, was uns in diesem Leben möglich sei – Es ist ohnehin schon wenig genug.

Unsere Meinung, dass wir das andere kennen, ist das Ende der Liebe, jedesmal, aber Ursache und Wirkung liegen vielleicht anders, als wir anzunehmen versucht sind – nicht weil wir das andere kennen, geht unsere Liebe zu Ende, sondern umgekehrt: weil unsere Liebe zu Ende geht, weil ihre Kraft sich erschöpft hat, darum ist der Mensch fertig für uns. Er muss es sein. Wir können nicht mehr! Wir künden ihm die Bereitschaft, auf weitere Verwandlungen einzugehen. Wir verweigern ihm den Anspruch alles Lebendigen, das unfassbar bleibt, und zugleich sind wir verwundert und enttäuscht, dass unser Verhältnis nicht mehr lebendig sei.

“Du bist nicht”, sagt der Enttäuschte oder die Enttäuschte, „wofür ich Dich gehalten habe.” Und wofür hat man sich denn gehalten? Für ein Geheimnis, das der Mensch ja immerhin ist, ein erregendes Rätsel, das auszuhalten wir müde geworden sind. Man macht sich ein Bildnis. Das ist das Lieblose, der Verrat. Weil unsere Liebe zu Ende geht, weil ihre Kraft sich erschöpft hat, darum ist der Mensch fertig für uns. Er muss es sein. Wir können nicht mehr! Wir künden ihm die Bereitschaft, auf weitere Verwandlungen einzugehen. Wir verweigern ihm den Anspruch alles Lebendigen, das unfassbar bleibt, und zugleich sind wir verwundert und enttäuscht, dass unser Verhältnis nicht mehr lebendig sei.

(Traurig, aber ernome Wirkung der Beschreibung der Zustände meiner Meinung nach (auch wenn ich nicht übereinstimme über die Wirkrichtung von Ende der Liebe und Erwartung – wer will, kann sich gerne mit mir darüber unterhalten ;-); übrigens: ich habe mittlerweile gelernt, dass Routine auch etwas sehr sehr sehr schönes sein kann – man muss gar nicht so viel Angst davor haben)

Ein zweiter Grund dafür, dass mir obige Frage im Kopf rumgeisterte, war eine erfrischende Erfahrung, die ich während meines ersten Studiensemesters in Erlangen machte: all die Sachen, die ich in meinem Leben schon erlebt und in Beziehungen erzählt habe, über die ich mir Gedanken gemacht habe, über die ich diskutiert habe und bei denen ich zu einem Fazit gekommen bin – all diese Sachen sind auf einmal wieder neu, wenn du Menschen kennenlernst, mit denen du diese Gedanken noch nicht geteilt hast. Die natürlich auch andere Ansichten haben. Bei denen aus Diskussionen womöglich  ein anderes Fazit folgt. Menschen, mit denen du dich noch streiten kannst, über Dinge, die dir davor offensichtlich erschienen. Eine wertvolle Erkenntnis, die ich aus dieser Zeit mitgenommen habe, lässt sich banalerweise als Spruch auf einer Tasse zusammenfassen, die ich von meinen neuen, mir bis heute ans Herz gewachsenen Freunden geschenkt bekommen habe:

Es sind die Begegnungen mit Menschen, die das Leben lebenswert machen.

Nun ist es so, dass meine Angst vor dem Auseinanderleben nicht heute entstanden ist und mein Studiensemester in Erlangen auch schon lange her ist. In letzter Zeit, ist mir aber traurigerweise bewusst geworden, wie schwer es mir fällt mich einfach nur zu unterhalten, ohne dabei etwas anderes zu machen  (zugegebenerweise nur in größeren Gruppen, aber wer weiß, ob das nur der Anfang ist,…). Es geht mir nicht um Small Talk, den ich sowieso hasse und mit dem mir Begegnungen mit manchen Menschen ziemlich sinnlos erscheinen. Nein, es geht mir um tatsächliche Unterhaltungen mit Menschen, die ich liebe, schätze, mit denen ich auf einer Wellenlänge bin und mit denen ich Interessen teile (Anmk.: für mich ist “lieben” der Begriff der starken Zuneigung zu Partner, Familie UND Freunden – wen das stört, der kann nach Belieben “lieb haben” draus machen). Es könnte sein, dass ich vielleicht müde geworden bin, wenn es darum geht, “abgeschlossene” Themen aufzuwärmen (schließlich erwarte ich, dass der Gegenüber das ähnlich sieht, weil wir darüber u.u. schon geredet haben; dieses versuche ich aber eigentlich im Sinne eines Lerneffekts vom Text von Max Frisch zu vermeiden). Mein Freund machte mich darauf aufmerksam, dass es daran liegen könnte, dass ich teilweise F2F-Gespräche mit Personen führe, und daher alles relevante, was mich beschäftigt und über das man (abends) in der Gruppe reden könnte, schon (tagsüber) privat besprochen habe. Es könnte auch einfach sein, dass es keine anständige Gesprächskultur gibt, bei der tiefgehende Unterhaltungen aufkommen können. Oder aber es sind einfach zu viele Leute anwesend, als dass ein gemeinsamer Nenner gefunden werden kann. Wer weiß…

Auf jeden Fall führte diese Erfahrung zu dem Zweifel, ob man sich denn in langen Beziehungen (und am Ende des Lebens!) überhaupt noch etwas zu sagen hätte. Worüber unterhält man sich denn? Vornehmlich über Erfahrungen, die man kürzlich hatte (also auch Probleme). Über lang vergangene Erfahrungen hat man sich ja meist am Anfang der Beziehung ausgetauscht. Nun kann es aber nicht sein, dass man Beziehungen wegwirft, sobald man (die wichtigsten) vergangenen Erfahrungen ausgetauscht hat (zumindest ist das nicht mein Ziel; die Beziehungen, die ich in meinem Leben aufgebaut habe, sind das Wertvollste was ich “besitze”!). Bleiben also kürzlich erlebte Erfahrungen, dazu gehört wohl auch die aktuelle Politik bzw. die aktuelle Lage der Menschheit; und: gemeinsame Interessen -  aber gibt das denn genug her? Hat man das nicht auch irgendwann durch? Was ist wenn einem die Themen ausgehen?

Ich wollte vor allem meine Gedanken ordnen. Mein Freund beruhigte mich mit weisen Worten:

Das ist wie mit der Musik. Da findet man auch immer eine neue Melodie. So wird es auch immer neue Themen geben. Im schlimmsten Fall fährt man durch die Welt, dann hat man genug neue Erfahrungen! Keine Sorge :-)

Damit wäre man wieder bei Max Frisch. Der hatte auch das mit dem Urlaub. Nur vielleicht aus anderen Gründen (ich habe eh Sorge, dass ich den Text völlig falsch interpretiere :D aber Gott sei Dank sind wir nicht im Deutsch-Unterricht).

…Was meint ihr zu der Frage?

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Mayan Apocalypse

Nun ist die Zeit gekommen, und wir wissen es. Pünktlich am 21. Mittags in Amerika hat das erste YouTube Video 1.000.000.000 hits erreicht.

Sie hatten wohl Recht. Nach Gangnam Style braucht man schon ‘ne neue Zeitrechnung.

Original Link zu YouTube gibt’s nicht; die übliche Zensur gegen Deutsche User. Daher: Ponies (Okay, Link geändert, Youtube sperrt zur Zeit echt alles.)

Shishigami

does not bow before people whose only purpose in life is to murder someone, and whose only achievement is a trail of sacrificed allies.

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McDonalds neues Bestellsystem

Früher war alles besser. Früher fuhren weniger Autos weniger schnell auf der Straße, Geld war mehr wert, alle waren gesünder und Batterien hielten länger. Naja, teilweise richtig. Heute war ich rein zufällig in Brunnthal, der letzten Bastion der vernünftigen McDonalds, einen kleinen Snack essen. Der aufmerksame Leser wird sich fragen, “Wann ist ein McDonalds denn vernünftiger als ein anderer McDonalds?”

Früher war das Bezahlsystem etwa wie folgt:
1. Man betritt den McDonalds.
2. Man sieht eventuell die Schlangen vor den Kassen :
-> 2a. Die Schlangen sind zu lang, man hat es nicht eilig, der Hunger zu groß – man sucht sich einen anderen Essensverkäufer.
-> 2b. Die Schlangen sind zu lang, man hat es eilig, aber man reduziert seine Kaufwahl auf etwas, was sicherlich in Sekunden verfügbar ist – ein Cheeseburger zB.
-> 2c. Die Schlange ist kurz oder man hat es nicht eilig.
3. Man gibt seine Bestellung auf.
4. Die Verkaufskraft sucht das Essen zusammen.
5. Die Verkaufskraft übergibt einem das Gewünschte.
6. Essen.

Nun kam ein (vermutlich Informatiker mit unabgeschlossener Ausbildung), der sich vermutlich dachte: Hey, objektorientiertes Programmierkonzept ist modern, Abstraktion und Kapselung ist cutting edge – wieso nicht hier!
Das neue Bezahlsystem ist also wie folgt:

1. Man betritt den McDonalds.
2. Man sieht keine Schlangen vor den Kassen – Yay!
3. Man gibt seine Bestellung auf und bekommt eine Nummer.
4. Man dreht sich um und sieht einen Pulk an Menschen, die auf ein Display starren.
5. Ein Mitarbeiter liest eine Bestellung von einem Bildschirm ab. Die Verkaufskräfte haben währenddessen nichts zu tun.
6. Der Mitarbeiter geht in die Küche und überträgt die Bestellung.
7. Der Mitarbeiter wartet.
8. Der Mitarbeiter holt ein Tablet und stellt es zu anderen Tablets, wo bestelltes Essen kalt wird.
9. Ein anderer Mitarbeiter analysiert die Bestellungen, und sucht die zugehörige Bestellung. Er drückt auf das Display und die Zahl erscheint auf dem großen Display.
10. Ein Mensch löst sich aus dem Pulk und eilt zu dem Mitarbeiter.
11. Der Mensch untersucht seine Bestellung, und nimmt sie mit.
12. Für den Menschen gibt es Essen.

Die Vorteile des neuen Systems im Vergleich zum alten sind also:
- Es läuft kein Kunde mehr weg, weil die Schlangen an den Kassen zu lang sind.
Die Nachteile des neuen Systems im Vergleich zum alten:
- Der Kunde kann nicht mehr einschätzen, wie lange seine Bestellung benötigen wird.
- Die Größe der Bestellung ist egal. Ein Cheeseburger wird hinter allen anderen Bestellungen eingereiht.
- Viele Mitarbeiter sind über lange Zeit hinweg idle.
- Es ist ultranervig.
- Ich hasse es.

Und das ist der Grund warum ich nicht mehr in McDonalds gehe, die dieses Bestellkonzept haben. Bai-bai, Brunnthal-McD. :|

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Dilemma

Vor etwa 10 Minuten ging ich in einem Treppenhaus eines LMU-Gebäudes eine Treppe nach oben. Vor mir in vernachlässigbarer, aber noch nicht privatblasenstörender Distanz ging eine Person. Ihr fiel etwas aus der Tasche.
Normalerweise würde ich nun natürlich sofort ein bellendes “Auf~gepaasst! Halte ein! Du hast hier etwas verloren!” von mir geben. Sicherheitshalber warf ich aber noch einen Blick auf das Verlustgut – wäre es eine Waffe gewesen, wäre ein “Aufgepasst! Du hast hier deine scharfe Handfeuerwaffe verloren, die du sicher rein aus akademischen Gründen mit in die Uni nimmst!” eventuell unangebracht gewesen.
Meine Augen erfassten also einen Beutel mit Zigarettenfiltern, die für selbstgedrehte Zigaretten genau dann notwendig wären, wenn man einen Filter in seiner selbstgedrehten Zigarette wünscht.
Ein Gedankenzug fuhr los. Sollte ich einem offenbar Giftabhängigen sein Gift zurückgeben, wohlwissend, dass er damit seine Lebensdauer reduziere (vorrausgesetzt, er raucht die Zigarette nicht einfach ohne Filter) – ausserdem verpestet er zusätzlich die Luft, die ich so schätze – wobei er ja eigentlich selbstverantwortlich ist für das, was er tut – von daher ist er ja auch mündig zu entscheiden, ob er sich selbst umbringen will oder nicht – aber dann unterstütze ich dennoch die Fraktion, die vollkommen unbekümmert in rauchfreien Bahnhöfen die Luft kontaminiert, die ich ebenso atmen muss. Wobei er ja eventuell nicht zu dieser Fraktion gehört.
Ich wendete mich an meinen Begleiter. Hatte er etwas gesehen? Wir waren mittlerweile schon 100 Meter vom Verlustort entfernt. Er meinte “Ich habe niichts gesehen”, mit einer Stimme von jemandem, der definitiv etwas gesehen hatte. Naja, nun war es eh zu spät.
Ich beschloss, nichts zu sagen. Was hättet ihr getan?

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Hausaufgaben

In der Uni gibt es Hausaufgaben. Das sind sogenannte Übungsblätter, für deren Bearbeitung es manchmal bestimmte Boni gibt. Kurz ein Zusatz zu Boni: Interessanterweise (oder vielleicht auch offensichtlich) funktionieren die wirklich, Fächer mit Übungsblattbonus werden in der Übungsblatt-ToDo-Queue höher priorisiert. Ich persönlich finde den Bonus praktisch, aber irgendwie auch seltsam: Studenten, die nur lernen wollen, weil sie unmittelbar etwas dafür bekommen… das Motivationssystem erinnert mich etwas an Hunde. Nunja.
Zu Beginn jeder Vorlesung lässt es sich kein Dozent nehmen, eine Tabelle zu präsentieren, auf der Klausurergebnisse abhängig von den abgegebenen Übungsblättern dargestellt sind; die Botschaft ist eindeutig: Mach alle Übungsblätter, und du bestehst die Klausur. Meiner Meinung nach ist die Schlussfolgerung falsch.
Die Tabellen berücksichtigen nämlich nicht die abgegebenen Übungsblätter, sondern die abgegebenen richtigen Lösungen. Jemand, der alle Übungsblätter macht, aber Schwierigkeiten hat und alles falsch macht, taucht in diesen Tabellen bei “0%” auf – ist also in der gleichen Kategorie wie Studenten, die die Aufgaben gar nicht angeschaut haben. Die korrekte Botschaft wäre meiner Meinung nach eher: “Wenn du den Stoff perfekt beherrscht, bestehst du die Klausur” – was aber prinzipiell unabhängig von den gemachten Übungsblättern ist.
Die Dozenten könnten auch einfach sagen, dass Übung wichtig ist zum Festigen des Stoffes, und die, die das nicht verstehen, ihrem Schicksal überlassen. :3 [/Elite]

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100.000

Übrigens, für all die die es noch nicht wissen, wir haben vor ein paar Tagen 100.000 Unique Visitors erreicht. Anlässlich dazu gab es ein Theme-Wechsel.
Das Theme seht ihr links, rechts, über und unter diesem Eintrag.

Ja, ist mir klar, dass das Theme Hammer aussieht. Viel wichtiger als dies jedoch:
Wisst ihr, dass dieser Server seit Mai 2006 existiert*? Krass! Übrigens ist dieser Vertrag bereits gekündigt, läuft aber noch bis Mai 2013 weiter.
Dann geht dieser Server offline. Das heisst, er wird genau 7 Jahre existent gewesen sein! \o/

In diesem Sinne,
Gute Nacht und genießt das Theme. :3

*Blog erst seit 2009 oder so

Radreise Dänemark 2012

Vor etwa 9 Monaten fragte mich Flip, ob wir nicht einmal eine Radreise unternehmen wollen. Da ich Fahrradfahren mag, die Idee mehr “Abenteuer” als der klassische Strandurlaub versprach und ein Radreisender ausserdem viel cooler als ein normaler Reisender ist, begann ich mit der Planung.

Mein Vorschlag war, den Urlaub in Dänemark zu machen, weil Dänemark Gerüchten zu Folge sehr flach sein sollte, und die Zahl der Interessenten (zum Teil untrainiert) stärker  zunahm als erwartet. Ausserdem kann man als Startpunkt Flensburg wählen, welches sehr nahe an der dänischen Grenze liegt. Dies vereinfacht die Buchung der Zugtickets – Autos kamen für 11 Fahrräder nicht in Frage. Etwas abschreckend auf mich wirkten allerdings die Höchsttemperaturen im August – diese liegen bei 22-23°C, Durchschnitt bei 16-17°C.

Planung

Ab 6 Personen kann man den Gruppenticket-Service der Deutschen Bahn nutzen. Wir waren 11 Personen, was die Zugbuchung ziemlich erschwerte – es dauerte einige Wochen, bis alles geregelt war, da die Gruppenstelle der Bahn erst bei der Fahrradstelle anfragen muss, ob die Anzahl Fahrräder für den speziellen Zug okay ist und wenn nicht, eine andere Route finden muss usw. Ab 10 Personen darf man nicht im Regionalverkehr mitfahren, daher musste unsere Gruppe auf der Hinfahrt aufgeteilt werden. Es empfiehlt sich daher als Gruppe, sich so früh wie möglich mit der Problematik Zug zu beschäftigen. Auch sollte man keine waghalsigen Gepäcklösungen nutzen, da die Fahrräder nur von Gepäck befreit in den Zug gebracht werden dürfen, und bei Umstiegen ein gewisser Zeitdruck herrscht.

Wir hatten für jede Nacht einen Checkpoint mit vorher gebuchten Übernachtungsmöglichkeiten. Das hat den Vorteil, dass man sich keine Sorgen um ein trockenes Bett machen muss und weniger transportieren muss, aber den Nachteil, dass jeden Tag die geplante Strecke geschafft werden muss. Wir haben die über Dänemark verteilten Danhostels genutzt, die mit 20-30 EUR pro Übernachtung zwar für Jugendherbergen eher teuer, für allgemeine Dänemark-Übernachtung aber günstig sind.

Unsere finale Route war letztendlich Flensburg -> Haderslev -> Vejle -> Horsens -> Give -> Vejen -> Ribe -> Tonder -> Flensburg. Das sind realistisch etwa 450km Strecke, die wir in 8 Tagen zurückgelegt haben.

Ausrüstung

Die Qualität unserer Ausrüstung war stark gefächert. Bei den Fahrrädern hatten wir sowohl Baumarkträder, ältere Stahlrandonneure und Citybikes, gepäcktauglich umgerüstete Mountainbikes und Trekkingräder aus dem Mittelpreissegment (1000 EUR). Alle Fahrräder haben die Tour durchgehalten, wobei wir bei einem der billigeren Fahrräder einen gebrochenen Fahrradständer und starke Korrosion im Innenlagerbereich zu verbuchen hatten. Von daher lässt sich wohl sagen, dass bei einer kurzen Reise wie dieser jedes Fahrrad in Frage kommt.

Bei den Fahrradtaschen sollte man allerdings nicht _zu_ sehr sparen; einer von uns hatte bei eBay Fahrradtaschen für ~1.50 EUR ersteigert, welche jeden Tag an anderer Stelle aufplatzten und genäht werden mussten. Vier von uns hatten die Vaude Karakorum, welche zwar nicht wasserdicht, dafür aber sehr leicht zu beladen und ans Fahrrad zu befestigen sind. Diese sind bei einigen Händlern für 90 EUR zu haben.

Kleidungsmäßig hatte ich das Wetter falsch eingeschätzt, meine Funktionsshirts (welche übrigens durch die schnelle Trockung wirklich hervorragend waren, genau wie Funktionssocken) waren häufig nicht warm genug, mit Vliesjacke wurde es dann zu warm.. ich habe mich häufig für die kalte Variante entschieden. Wirklich wichtig ist gute Regenkleidung – mein Poncho war zwar gut, schützte aber Hose und Schuhe nicht ausreichend. Eine Regenhose ist empfehlenswert, und der Teilnehmer mit den wasserdichten Gamaschen wurde oft beneidet. Generell kann ich schnelltrocknende Funktionskleidung an allen Stellen empfehlen, gerade bei der instabilen Wetterlage, die in Dänemark offenbar vorherrscht.

An Reparaturzeug sollte man auf jeden Fall viel Flickzeug mitnehmen (Wir hatten um die 10 Platten), sowie einen Ersatzschlauch für jede Reifengröße und ein Kettenschloss. Letzteres habe ich eher der Vollständigkeit halber mitgenommen, aber wir hatten tatsächlich einen Kettenriss.

Bei der Plattenrate muss ich negativ den Continental TravelContact hervorheben – dieser Reifen ist eigentlich kein Billigreifen und wird als Weltreisereifen beworben, aber das Fahrrad mit diesen Reifen hatte vorne und hinten am meisten Platten (insgesamt 4). Allerdings bin ich selber den selben Reifen in Deutschland 2000km lang plattenfrei gefahren, jedoch nicht mit der gleichen Zuladung. Eventuell ist der Pannenschutz dem höheren Gewicht nicht gewachsen?

Wer unterwegs kochen will – wir hatten zwei Trangia-Sets, mit denen wir mobil kochen konnten. Das war ziemlich cool!

Dänemark

Wie man mit profundem geographischen Wissen anhand der Route oben erkennen kann, sind wir erst an der Ostseeküste Dänemarks gen Norden gefahren, dann bei Horsens nach Westen, und dann an der Nordseeküste zurück. Soweit ich das mitbekommen habe gibt es keine ausgeprägte Wegevernetzung in Dänemark, einige Touren führen sehr lange an Autostraßen entlang; auf diesen sieht man dann vergleichsweise wenig. Das ist im Osten eher so als im Westen, wo man an den Deichwegen entlangfahren kann: Sehr zu empfehlen!

Übrigens: Dänemark ist nicht flach, im Gegenteil – es ist sehr hügelig, nur sind die höchsten Berge nicht sehr hoch. Man sollte also nicht darauf hereinfallen und sich auf viele Steigungen einstellen. Windtechnisch hatten wir allerdings keine Probleme.

Für Radfahrer ist Dänemark im Vergleich zu Deutschland ein Paradies. Im Osten sind breite Fahrstreifen für Räder reserviert, es gibt an jedem Bürgersteig alle paar Meter Teererhöhungen. Im Gegensatz zu DE wird man nicht hupend mit einem Meter Abstand überholt; wir wurden immer mit _sehr_ viel Abstand überholt und häufig wurde uns zugewinkt, zugejubelt oder bei Pausen wurde gefragt, ob man uns helfen kann. Wir hatten nur eine gefährliche Situation mit einem Auto beim Linksabbiegen, und das war ausgerechnet mit einem Polizeiauto! Das wurde zwar mit einem bösen Blick seitens der Polizisten quittiert, sonst ist aber nichts passiert.

Übrigens ist Dänemark tatsächlich teurer als Deutschland, und – besonders für Besitzer eines 1.5-Liter-Flaschenhalters – die Flaschenstandardgrößen sind 500ml und 2 Liter. Es hat lange gedauert, bis ich eine Flasche 1.5-Liter-Wasser fand, und diese kostete umgerechnet 3 EUR! Dafür ist Sojasoße billig. ;D

Das Essen in Restaurants ist sehr fleischlastig; es gibt kaum bis gar keine Gerichte ohne Fleisch. Unseren zwei Vegetariern wurde jedoch auf Anfrage ein eigenes vegetarisches Gericht kreiert – im Zweifel kann man also einfach nachfragen. Das Englisch der Dänen, die uns begegnet sind, war exzellent.

Wir hatten übrigens trotz ungleichmäßigem Trainingsstand bis auf eine Ausnahme keine Probleme, die Strecke zu schaffen. Nur ein Mitfahrer, welcher sonst fast kein Fahrrad fährt, ist auf zwei Strecken auf Bus umgestiegen, was ohne weitere Probleme möglich war. Man sollte allerdings 6-8 Stunden Zeit für die Strecke einplanen, weil es häufig kleine Pausen gibt (bei kleineren Gruppen vermutlich weniger häufig), Leute einen Berg nicht hochkommen und schieben, Schläuche geflickt oder Essen gekocht werden muss. Im Nachhinein war es nicht sinnvoll, keinen Ruhetag einzulegen; dadurch wurde man mittelfristig sehr erschöpft, was dann auf Kosten des Reiseerlebnis ging. Eventuell sollte man an jedem (interessanten) Checkpoint einen Ruhetag einlegen; dann sieht man auch etwas von den Städten.

Alles in allem ein interessanter Urlaub mit einer interessanten Urlaubsform, die ich gerne irgendwann wiederholen würde!

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