Springe zum Inhalt

2

Ich fasse jetzt mal zusammen, wie ich die Finanzpolitik der EU verstehe.

Die EZB erfindet Geld, für das sie Staatsanleihen kauft. Das Regierungsgeld aus diesen Verkäufen schachert der ESM systematisch an Länder, die unter Verlust wirtschaften und ihren Wählern so trotzdem weiterhin Wahlversprechen machen können. Diese Länder zahlen Zinsen an den ESM und solange es geht auch an andere Gläubiger. Diese Zinsen decken sie durch neue Staatsanleihen. Gleichzeitig will die EZB niedrige Inflation garantieren. Die wird durch niedrige Zinssätze gerechtfertigt -- und letztere werden durch das Kaufen von Staatsanleihen seitens der EZB manipuliert. So schließt sich der Kreis und läuft, solange der Geldmarkt kontrahiert. Wenn er wieder expandiert, dann ist das kein Problem, so die Politiker, denn laut Keynes, Friedman und co kurbelt das ja die Wirtschaft an und dann sind sicher alle wieder glücklich.

Und nun: Auszüge aus der Einführung des ESM.

...weiterlesen "EZB, ESM, die E mit dem 2. Buchstaben — und wen ich wählen werde."

"There's a great deal of agreement among economists, contrary to what people may think. You won't find much difference of opinion on the proposition that raising the minimum wage will cost jobs. You won't find much difference of opinion on the desirability of free trade. And you won't find any difference of opinion on the idea that you cannot have inflation without monetary expansion. There's no doubt that there's very widespread agreement about those simple ideas."

-- Milton Friedman

"Alle Parteien wollen Mindestlöhne - sie trauen der Kraft der Tarifparteien nicht mehr."

-- FAZ

1

Aus einer Nachrichtensendung auf Bayern 5 erfuhr ich, dass Angela Merkel bemängelt hat, dass im Jahresgutachten des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung keine Fehlerbalken angegeben seien.
Wer im Wirtschaftsunterricht aufgepasst hat, dem ist der Sachverständigenrat auch unter dem Namen "die fünf Wirtschaftsweisen" bekannt. Und wer in Statistik aufgepasst hat, dem ist bekannt, dass die Angabe eines Zahlenwertes ohne Angabe der statistischen Signifikanz - sprich Fehlerbalken - so gut wie nutzlos ist.
Ich wollte nicht glauben, dass keine Fehler angegeben wurden. Doch ein überfliegender Blick in den Bericht bestätigt: es gibt keine Fehlerangaben. Dabei ist die prognostizierte Zuwachsrate des Bruttoinlandsprodukts für 2013 mit 0,8% doch sehr nahe an Null (es könnte womöglich mit 0,9% schwanken) und mit einer einzigen signifikanten Stelle (der 8) auch noch ungenau. Ein bisschen mehr Information ist in der Tat wünschenswert, wenn man Entscheidungen für Deutschland auf Grund dieser Zahl treffen soll. Merkel++; Es scheint mir, als sei Statistik generell unbeliebt. Der Radiosprecher meinte übrigens noch, dass die Wirtschaftsweisen mit ihren zurückliegenden Prognosen meistens falsch lagen. Darüber habe ich aber keine Quellen gefunden.