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„Alles, was wir geben mussten“ vs. „Die Insel“ (Achtung, Spoiler!)

Wer den Film Die Insel (2005) gesehen hat, sollte sich auf keinen Fall Alles, was wir geben mussten (2010) ansehen. Die Hauptidee in beiden Filmen ist nämlich die selbe: Menschen werden gezüchtet um später Organe spenden zu müssen. Der einzige Unterschied: in dem einem Film wird den Gezüchteten in einer Art Gefängnis eine falsche Welt vorgegaukelt und sie wissen nicht, dass sie eines Tages umgebracht werden. Im anderen Film werden sie von klein auf einer Gehirnwäsche unterzogen, so dass sie später freiwillig spenden.
Mein Problem war, dass ich "Die Insel" kannte, als ich "Alles, was wir geben mussten" Im Kino sah. Ich fand den Film daher einfach nur langweilig, da mir keine wesentlich neue Philosophie, Welt, Gesellschaftsform oder sonstige Idee gezeigt wurde. Außerdem wurde auf die Gehirnwäsche gar nicht richtig eingegangen, der Film fokussierte mehr darauf, dass das eine Mädchen neidisch auf das Andere war, weil sie ihr den Freund ausgespannt hat. Mich hätte interessiert, was man Kindern erzählen muss, damit sie ihren Selbsterhaltungstrieb ausschalten, 20 bis 30 Jahre leben und dann freiwillig zur Organspende gehen, die letztendlich ihren Tod bedeutet. Hierauf wurden aber weniger als 15 Sekunden vom Film geopfert.
Fazit: "Alles, was wir geben mussten" nicht anschauen, wenn du "Die Insel" kennst. Wenn du keinen der beiden Filme kennst, dann würde ich "Die Insel" empfehlen, wenn du mehr auf Action-Filme stehst. Und "Alles, was wir geben mussten", wenn du mehr auf... tja wie nennt man das Genre?... Nicht-Action-Filme stehst. Überzeugender fand ich aber "Die Insel". Da erschienen mir die ersten 90% des Films realistischer.

3 Gedanken zu „„Alles, was wir geben mussten“ vs. „Die Insel“ (Achtung, Spoiler!)

  1. Sven

    Gute Kritik, genau so sehe ich das auch.
    Von dem "SciFi-Drama mit subtilem Horror" (steht hinten auf der BluRay) habe ich nicht viel gemerkt...

  2. Harald

    Habe den Film „Alles, was wir geben mussten“ erst 2017 im TV gesehen, „Die Insel“ schon 2005 im Kino. Als mir klar wurde, worum es im ersteren geht, dachte ich, daß das eine Art Klon von zweiterem ist. Auch in „Die Insel“ gibt es eine Liebesgeschichte, die wohl mit ein Antrieb für den Lebenswillen der Klone ist. Der Selbsterhaltungstrieb kann praktisch nicht ausgeschalten werden, weshalb ich auf die Revolte wartete, allerdings vergeblich. Laut Wikipedia erschien der Roman "Never Let Me Go" („Alles, was wir geben mussten“) des britischen Autors Kazuo Ishiguro im Jahr 2005 und wurde mit Preisen und Lob ausgezeichnet. Kann ich im Vergleich zu „Die Insel“ nicht nachvollziehen. Die medizinische Umgebung wirkt eigentlich rückständig, nicht so, wie man es sich für ein systematisches Klonieren von Menschen als Ersatzteillager erwartet. Und befremdlich ist auch, daß man mehrmals spenden kann. Nur von den Nieren hat man zwei, alle anderen Organe nur einfach, weshalb die Klone eigentlich nach einmaliger Spende i.d.R. tot sein müßten. In Summe wirkt der Plot von „Die Insel“ realistischer, nicht zuletzt weil das Auffinden eines lebendigen Insekts durch den männlichen Klon zeigt, daß sich die Filmcrew der Bedeutung von Murphy's Gesetz bewußt war.

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