Nunja. Als ich heute U-Bahn fuhr, mitten im Waggon stand und nach vorne schaute, da kam mir der Gedanke, dass das ja fast wie Snowboard fahren ist. Oder Skifahren. Nur nicht ganz so spektakulär. Aber wenn man auf nur einem Bein stehend fährt, dann ist das gar nicht so einfach! Das Ziel ist natürlich nicht umzufallen und sich auch nicht mit den Händen festzuhalten. Wenn ihr also das nächste Mal U-Bahnfahrt und im Umkreis von zwei Metern um euch herum niemand steht, dann probiert es doch einfach mal aus! Ich empfand schon eine Minute als anstrengend. Aber als ich ausstieg fühlte ich mich gar nicht mehr so verspannt! Ihr könnt den Schwierigkeitsgrad variieren, je nach dem wo im Waggon ihr euch hinstellt.
Viel Spaß!
Tag-Archive for » U-Bahn «
Ich habe sehr flexible Arbeitszeiten. Heute, oder eigentlich gestern, habe ich beispielsweise von 17:00 Uhr bis 00:45 gearbeitet. Die Rückfahrt von der Arbeit war ganz witzig, wovon ich euch singen und sagen will.
Ich nahm die letzte U-Bahn und fand darin eine Zeitung. Es war sogar eine Süddeutsche! Allerdings nur ein paar Seiten davon. Egal, ich überflog den Inhalt und suchte nach der nackten Frau. Ach ne, falsche Zeitung. more »
Manchmal frage ich mich, ob es paradox ist, das eigene Gehirn scheiße zu finden. Es beinhaltet ja immerhin meine Weltanschauung, und damit auch diesen Gedanken.
Wie dem auch sei, ich erinnere mich ganz genau, wie ich gestern nachmittag, gestern abend, heute nacht, heute früh, während der Klausur (noch ein Grund, mit meinem Kopf unzufrieden zu sein, was ich da für Mist fabriziert habe), und am Ausgang der Uni daran gedacht habe, meine Rückfahrkarte zu stempeln. Das letzte Mal muss nur ein paar zig Sekunden vor dem Stempel-Automaten gewesen sein.
Naja, was sind 40€, keine 4h Arbeitszeit, von mir aus 6 mit Schlaf, selbst wenn ich mies bezahlt werde. Vielleicht war’s statistisch sogar rentabel, wer weiß… Meinem Kopf verzeihe ich’s trotzdem nicht.
Auf der Hinfahrt hatte ich natürlich gestempelt.
(Edit für nicht-Studenten: Es ist ein übliches Problem, dass es sich in der Klausurzeit nicht lohnt, Wochen/Monatskarten zu kaufen, ansonsten aber schon.)
Ich stehe also am Stachus. Da kommt ein junger Mann daher, eher Südländischer Abstammung vom Aussehen her, und fängt an, mit mir zu reden: er habe ein Problem und braucht Hilfe, ob es denn in Ordnung wäre, wenn wir uns etwas abseits setzen um darüber zu reden. Ich wartete ohnehin auf meine S-Bahn und willigte also ein.
Zuerst stellt er sich vor und fragt nach meinem Namen und wann ich wohin weiter fahre. Dann erklärt er mir seine moralischen Vorstellungen, dass es meine freie Entscheidung sei, ihm zu helfen, etc.. Insbesondere, dass er alles menschlich sehen will und ich ein freier Mensch bin, den er keineswegs bedrängen möchte. Niemand zwingt mich, seine Geschichte anzuhören oder ihr Glauben zu schenken. Dann folgt diese Geschichte, der zufolge sein Kind bei der Geburt gestorben ist, das könne er auch beweisen. Dass das emotional schwierig ist, ist ja zu verstehen – schlussendlich sei er vor 17 Stunden von seiner Freundin herausgeschmissen worden und hat nun keine Bleibe. Ich soll bitte nicht so laut reden, es muss ja nicht der ganze Bahnhof hören. Er käme aus Bremen und braucht ein Ticket zurück dorthin.
Dass dieses Ticket 120€ kostet, kann er beweisen. Auch scheinbar, dass er deutscher Staatsbürger ist – jedenfalls hatte er so einen grauen Reisepass-ähnlichen Ausweis inklusive Adler-Hologramm und sagte, er habe eine Lehrstelle in Bremen hat und könne das Geld am 16. Januar zurückzahlen. Da bekommt er nämlich sein Gehalt. Wir können das vertraglich festlegen und ich könne seine Personalien haben. Nochmals weist er mich darauf hin, ich soll nicht zu laut sprechen – meine Reaktionsgedanken werden schnell in weiteren Beweis- und Glaubwürdigkeitsargumenten begraben. Ich frage nach einer Sicherheit, aber er meint, er hat nicht mehr als sein Mobiltelefon dabei, und das ist ja wohl nicht genug wert, vielleicht könne man ihn auch ohne erreichen, aber die Idee schien für keinen von uns beiden allzu praktisch. Wir unterhielten uns über das Problem des möglichen Betrugs und meine eher negativen Erfahrungen mit solchen Begegnungen. Er betonte, dass er es nun wirklich nicht nötig habe, sich auf so eine Art Geld zu verschaffen.
Meine S-Bahn war schon die nächste einfahrende. Da bot ich an, er kann doch mitfahren. Das ginge nicht, er habe ja nicht einmal eine Streifenkarte. Kein Problem, ich selbst hatte eine dabei. Nein, das wäre ihm zu ungünstig. “Warum? Ich hätte Leute, die sich mit solcher Problematik auskennen, und das lösen können.” – “Wir brauchen doch keine Leute, das ist doch eine Sache zwischen uns, können wir uns denn nicht vertrauen?” – (Die S-Bahn fährt ein, mein Gehirn ist noch dabei, den vorigen Satz zu verdauen) – “Jetzt stempel und komm mit!” – “Das ist mir zu weit.”
Während ich in die S-Bahn einsteige, sage ich noch, halb zu mir selbst “Ich glaube dir nicht.”, und die nächsten paar Sekunden bereue ich im Nachhinein. Ich mache eine unklare Geste gegenüber ihm, sehe kurz in richtung S-Bahn, und kann ihn nicht mehr ausmachen – dann schließen die Türen.
Ich hätte wieder aussteigen sollen, so tun, als wolle ich ihm Geld geben, und in einem günstigen Moment den Leuten um mir zurufen, dass sie ihn (bzw. uns) nicht entkommen lassen sollen. Aber ich war mir erst in den letzten Sekunden sicher, und in denen war ich einfach zu langsam. Er war das nicht, nach dem Kurzen Blick zur Seite habe ich ihn nicht mehr sehen können. Und den Ausweis habe ich nicht gut genug gesehen, um der Polizei allzuviel geben zu können.
Der Mensch war wirklich unheimlich glaubwürdig, und erschien mir auch keineswegs dumm. Das tatsächliche Gespräch war viel länger und verwirrender als das hier aufgeschriebene, und Methoden wie “Sieh mir in die Augen, glaubst du im Ernst, dass ich hier nur für Geld herumlüge?” mit passender Betonung tun ihren Teil, der nicht leicht in Worte zu fassen ist. Auch einige Details faszinieren mich: in der Vorstellung zB “Ich heiße … aber meine Freunde nennen mich …” – ich glaube, keiner der dort genannten Namen war auf dem Ausweis, aber auch den hat er nur kurz gezeigt, und mit dem ausweichenden Argument wieder weggesteckt, dass er zu wichtig sei, um als Pfand zu dienen. Diese Verwirrung und der ausländische Name auf dem Ausweis genügten, dass ich ihn jetzt nicht mehr wiedergeben kann.
Im Nachhinein fielen mir natürlich schnell gute Lösungswege für nächstes Mal ein. Der Endvorschlag des Mitkommens ist zB gut. Alles, was sonst andere Leute involviert auch – Polizei, Bahnbeamte, sonstwen als Zeugen und Ideenspender mit einbeziehen. Ich hätte auch klarstellen sollen, dass ich ihm natürlich nur direkt das Ticket kaufen würde, niemals das Geld direkt gebe. Wenn er auf so etwas negativ reagiert, hat er sich schon ziemlich geoutet. Ab da braucht man lediglich einen Weg, seine Flucht zu verhindern und die Polizei zu rufen – was leider für sich schon fast unmöglich ist.
Immerhin habe ich seine Zeit verschwendet und dabei etwas gelernt. Auch kein so schlechtes Resultat.
Wenn morgens der Wecker im Schlafzimmer des Durchschnittseuropäer klingelt, dann ist es meistens 6:00 Uhr, 7:00 Uhr oder 8:00 Uhr. Wenn mein Wecker klingelt, ist es meistens 8:03 Uhr. Das hat zwei Gründe: zum einen sind dann die Nachrichten im Radio vorbei und man wird mit Musik geweckt. Zum anderen ist es eine mir angeborene Eigenschaft, alles grundsätzlich so zu machen, wie sonst niemand es tun würde.
Zurück zu all den Instrumenten, die täglich unser Land wecken. Stellt euch mal vor, wie viele davon um genau 6 Uhr allein in Deutschland klingeln. Eine riesige Schallwelle von “Beep”, “Ding-Dong”, “Brrrrrrr-ring-ring” und Nachrichtensprecher, die da alle zur selben Uhrzeit losstarten. Wenn Häuser keine Dächer hätten, würde mich interessieren ob man auf dem Olympiaturm etwas hören könnte.
Aber warum lassen wir uns überhaupt wecken? Wozu das Ganze? Wenn wir uns einfach alle umbringen, wo wäre der Unterschied? Das tun wir ja sowieso schon, sogar aktiver als durch Autounfälle. Jährlich üben sich in Deutschland ungefähr 10.000 Leute erfolgreich am Selbstmord, hingegen nur 5.000 sterben unfreiwillig durch Verkehrsunfälle. Da sind Gedanken an neue Schilder, die den Verkehr sicherer machen sollen, fast schon Zeitverschwendung. Man muss viel mehr darüber nachdenken, warum ein Mensch den Selbstmord überhaupt in betracht zieht! Vermutlich geht es ihm schlecht. Vermutlich sogar ziemlich extrem ultraschlecht.
Man kann eigentlich jedem Menschen, den man ein bisschen näher kennt, eindeutig ansehen wie es ihm geht. Und manche davon, vielleicht sogar Elemente des Freundeskreises, neigen zu steter Ultraschlechtheit, sprich: Depression. Aber das wollen wir nicht sehen. Man gewöhnt sich daran. Viel lieber spenden wir 3 Euro monatlich nach Afrika, an Greenpeace oder die Kirche. Und beschreiben uns dann als hilfsbereit. Doch man kann viel mehr helfen. Wirklich helfen. Und damit meine ich nicht, dem Bettler in der eigenen Stadt auch noch einen Euro zu geben, nein. Damit meine ich sich in der Nachbarschaft von 500 Meter Radius umzuschauen, im Freundeskreis und in der Familie. Den Menschen dort ein Ohr leihen. Man braucht gar nicht unbedingt einen Lösungsvorschlag parat haben, oftmals reicht es aus jemandem zuzuhören. Doch zum Zuhören braucht es einen Sprecher! Ist schon mal jemand, von dem ihr wisst, dass er ein Problem hat, zu euch gekommen? Vermutlich nur der allerengste Freund. Darum mein Vorschlag: wenn du dir das Attribut der Hilfsbereitschaft zuschreiben willst, dann sei bereit! Wenn ein potentieller Leidender vorbeikommt, dann motivier ihn zum Sprechen und spar dir die 3 Euro.
Es ist nicht einfach auf jemanden zuzugehen um ihm zu sagen, dass er aussieht als hätte er ein Problem. Doch wenn es mal klappt, wenn jemand nach einem Gespräch mit dir, das im Grunde genommen aus nichts außer ein paar Schallwellen bestand, Schwingungen in der Luft, mit der Welt zufriedener ist und sich auf morgen freut, dann darfst du dich zu Recht auch noch stolz fühlen!
Das Thema hier kam mir nicht aus Langeweile in den Sinn. Seit zwei Monaten steigt morgens in meinen Bus zur U-Bahn ein Pfarrer ein. Jedes Mal ist er todmüde und jedes Mal sieht er schlechter aus als am Tag zuvor. Das ist kein Witz! Nächste Woche muss ich ihn ansprechen. Ich habe es mir semi-fest vorgenommen.
Aber vielleicht sind wir in Deutschland ja schon längst mehr auf dem Weg der Nächstenfürsorge, als es mir mit meinem Sinn für Depressionen auffällt: die Selbstmordrate in Deutschland ist in den letzten 27 Jahren tendenziell sinkend, von 18451 Suiziden in 1980 auf 9765 vorletztes Jahr.
Vielleicht hat es ja schon geklingelt!
Nochwas: solange wir uns hier nicht wohl fühlen und gerne leben, brauchen wir auch keinem Entwicklungsland beschreiben, was ein erfülltes Leben sei.
(Quellen: Wikipedia, Statistisches Bundesamt Deutschland)
In ganz Europa sind es übrigens jährlich 58.000 Suizide bei knapp 50.700 Verkehrstoten.
Was tu ich so gerne? U-Bahn fahren, genau. Wisst ihr ja schon. Auf dem Heimweg von der Uni, ganz übermüdet, da der Professor in der Vorlesung sehr laut gesprochen hat und ich also nicht schlafen konnte, setzte ich mich in die U-Bahn, eine von diesen alten Varianten. Mir gegenüber ein junges Mädchen, ich schätzte sie auf 12 oder 14 Jahre und einen Kopf kleiner als ich. Sie holte eine Dose aus ihrem Schulranzen, öffnete sie und betrachtete sich eine ganze Weile im Spiegel, der auf der Innenseite im Deckel untergebracht war. Ein typisches Schminkset-2-go also.
Für den weiteren Verlauf der Geschichte ist es wichtig zu wissen, welche Dimensionen jenes Schminkset hatte. Also gut aufpassen: Stellt euch einen Zylinder mit ca. 5cm Durchmesser und knapp 2cm Höhe vor. Okay das war auch schon die Beschreibung.
Das Mädchen entschied dann, dass ihr Lippenstift neu aufgetragen werden müsse. Ich war mir nicht sicher ob ich ihre Meinung teilte. Vermutlich wollte sie einfach nur zeigen, dass sie generell im Besitz von Lippenstift war. Während sie das so tat kam mir die Vorstellung, wie es wohl aussähe ein Dach mit zwei übereinanderliegenden Schichten an Dachziegeln einzudecken. Glücklicherweise interessierte ich mich damals im Alter von 13 Jahren noch nicht für Mädchen. Oder besser gesagt: ich habe mich durchaus interessiert, konnte es nur nicht zum Ausdruck bringen. Vielleicht war das ganz gut so. Wer weiß wie viel Lippenstift die damals hatten!
Nachdem ihr Lippenstift nun in voller Mannigfaltigkeit erschien, drückte sie von unten auf ihr kleines Schminkset und – schwupp – hatte sie eine Bürste in der Hand!! Das faszinierte mich nun doch. Der Deckel bzw. Spiegel wurde zum Griff und aus dem Bodenteil standen jede Menge kräftige Borsten empor, die definitiv länger waren als die Höhe der Dose. Das bedeutete, die Borsten waren im geschlossenen Zustand liegend in der Dose untergebracht. Es musste sich um eine raffiniert ausgeklügelte Falttechnik gehandelt haben, damit die Borsten sich beim Zurückklappen nicht gegenseitig behinderten! Ich war begeistert! Ein Schweizer Schminkset!
Die U-Bahn ist eine Welt für sich. Besonders die, die durch Neuperlach fährt. Es scheint mir, als würde die ständige Fahrt im Tunnel den Menschen ihre Freude aus den Herzen rauben. Setzt natürlich voraus, dass sie sich irgendwann überhaupt einmal gefreut haben.
Nun, auf meinem Weg in die Uni beobachte ich dieses Phänomen täglich aufs Neue: morgens tummelt sich eine Bild-Zeitung neben der anderen, gelegentlich auch eine TZ. Dahinter und dazwischen solche Leute, mit denen man einfach nichts zu tun haben will. Kein Lächeln, kein Schmunzeln.
SZ-Leser findet man natürlich nicht, oder sie verstecken sich gut. Heute aber war ich mutig und setzte mich auf dem Heimweg mit einer Süddeutschen Zeitung in die U-Bahn. Ganz verstohlen kamen ein paar Blicke rüber. Darauf war die U-Bahn nicht vorbereitet gewesen! Nun ja, als ich dann beim Lesen vom Streiflicht auch noch das Lachen anfangen musste, da dachte ich, dass der Rest der U-Bahn jetzt bestimmt denkt, dass ich mich mit meiner SZ für was Besseres halte. Und dann stellte ich fest, dass ich tatsächlich so dachte. Zumal ich die Zeitung geschenkt bekommen hatte. Wer darf schon kostenlos Mercedes fahren?